Interview mit Darius II

Hier ist der zweite Teil des Interviews mit dem Vampir Darius Wesley.

 

Sind sie verheiratet oder haben Sie eine Freundin?“

Gespannt warte ich auf eine Antwort, wie Millionen von Frauen mit mir.

Nein!“

Ich warte darauf, dass er mehr erzählt. Er hüllt sich jedoch in Schweigen.

Möchten Sie eines Tages eine Familie gründen?“,

versuche ich es noch einmal.

Momentan nicht, aber vielleicht irgendwann.“

Wieder blicke ich auf meine Notizen, starre auf den nächsten Stichpunkt.

Haben Sie eine Schwäche?“

Er scheint kurz zu überlegen, ehe er mir antwortet.

Mehr, als genug. Ich mag keine Technik. Sie verändert sich so schnell, dass man fast nicht mitkommt. Mit Müh und Not kann ich mein Handy bedienen.“

Ein hinreißendes Lächeln erscheint auf seinem Gesicht, das mich dahinschmelzen lässt. Mir liegt auf der Zunge, ihm zu versichern, dass man ein Handy nicht braucht. Gerade noch rechtzeitig kann ich mich beherrschen.

Wie Stellen Sie sich Ihre Zukunft vor, Mr. Wesley?“

Diese Frage bringt ihn wohl etwas aus dem Konzept, den einen Augenblick nehme ich ein überraschtes Ausblitzen seiner Augen wahr, das jedoch gleich wieder verschwindet.

Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken.“

Ich blicke ihn weiter an, warte darauf, dass er noch mehr dazu sagt.

In naher Zukunft würde ich ganz gerne nochmal einzige Zeit aus Boston verschwinden. Die momentanen Aufgaben in unserem …“

Er zögert einem Moment, sucht nach Worten.

„ … Familienunternehmen sind für mich derzeit etwas unbefriedigend.“

Möchten Sie zurück nach New York?“

Nein, das auf keinen Fall. Aber für eine andere Stadt könnte ich mich durchaus begeistern. Leider braucht man dazu diplomatisches Geschick und das ist etwas, was mir nicht sonderlich gut liegt.“

Erneut erscheint sein zum dahinschmelzendes Lächeln, das mein Herz einige Takte schneller schlagen lässt.

Dann wünsche ich Ihnen alles Gute für die Zukunft“,

stammel ich etwas unbeholfen.

Danke. Meist kommt sowieso alles anders, als man denkt“,

murmelt er vor sich in, ehe er sich mit einer geschmeidigen Bewegung erhebt und an mir vorbei aus der Bar verschwindet.

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