Eine Idee entsteht

Da ich diese Woche von einem neuen, kleinen Projekt berichtet habe, möchte ich das zum Anlass nehmen, euch zu erzählen, wie ich eine Buchidee entwickel.
Da es eine Novelle sein wird, mit geschätzten 20.000 – 25.000 Wörtern, ist die Vorbereitung und Ausarbeitung im Vorfeld nicht ganz so groß ausgefallen. Für einen kompletten Roman arbeite ich mehr aus und lasse mir dafür viel mehr Zeit.

Ideensammlung oder Mindmapping

Eine Idee spukt in meinen Kopf herum, ist noch nicht ganz greifbar. Dennoch ist sie da und lässt sich nicht mehr abschütteln. Meist habe ich einzelne Szenen im Kopf, die nicht immer einen Sinn ergeben. Alles und wirklich alles, was mir dazu einfällt, kommt auf ein Blockblatt oder direkt in XMind (ein kostenloses Mind-Map-Programm). Nach Möglichkeit lasse ich einige Tage verstreichen, ergänze weiter Ideen und lasse das Projekt in meinem Kopf reifen.

Ausarbeitung

Dann setze ich mich hin und arbeite die Protagonisten, die zu der Geschichte passen könnten, aus. Manchmal verwerfe ich Charaktere, manchmal füge ich neue Personen hinzu. Bin ich soweit fertig, schreibe ich eine kurze Personenbeschreibung. Ganz wichtig ist natürlich die Intension, das Ziel der Person.

Danach hole ich mir sämtliche Notizen, arbeite sie durch. Einiges verwerfe ich wiederum, hebe ich mir für andere Geschichten auf. Ganz wichtig ist mein Ideenpool, den ich unabhängig von jeder Geschichte immer wieder erweitere. Hier hole ich mir Anregungen, streiche wieder Dinge und experimentiere einfach viel.

Schließlich ist es an der Zeit, einen ersten Plotentwurf zu schreiben. Das ist der Punkt, an dem ich sehe, ob die Geschichte soweit ausgereift ist.

Als Anhaltspunkt benutze ich diesen Aufbau

1. Akt

Zuerst werden der Protagonist und dessen Welt vorgestellt.
Dann geschieht in der Regel etwas Unvorhergesehenes.
Der Akt endet mit der ersten Schwelle von dem Punkt aus, gibt es für den Protagonisten kein zurück mehr.

2. Akt

Der Protagonist lernt Freund und Feind kennen und unterscheiden.
Die ersten Prüfungen stehen an, die in einer ersten großen Aufgabe gipfelt, die in der Regel einen Teilerfolg für den Protagonisten darstellt.

3. Akt

Häufig versucht der Protagonist an dieser Stelle, in sein altes Leben zurückzukehren oder hat eine Durststrecke.
Dies misslingt jedoch und endet mit dem finalen Kampf.
Zum Schluss gibt es noch eine Belohnung und sei es nur der geebnete Weg nach Hause.

Abweichungen kann es natürlich immer geben.

Die Details

Trägt mein Plot, beginne ich grob die einzelnen Szenen auszuarbeiten. Für mich hat sich das Karteikartensystem bewehrt. Darauf notiere ich in 1-2 Sätzen, was in dieser Szene geschehen soll. Datum, Ort und Uhrzeit darf natürlich ebenso wenig fehlen, wie der Protagonist, aus dessen Sicht die Szene geschrieben ist. Das gilt natürlich nur, wenn man – so wie ich – immer mal wieder die Sichtweise ändert. Und ganz wichtig durchnummerieren. Spätere Szenen kann man dann mit a,b,c … ergänzen. Ich weiß nicht, wie oft mir meine Zettel heruntergefallen sind, ich sie versucht habe neu anzuordnen und dann doch wieder zur alten Reihenfolge zurück wollte.

Die Szenen werden später noch genauer ausgearbeitet. Die Freiheit, einzelne Szenen hinzuzufügen, zu streichen oder weitere Szenen einzufügen, lasse ich mir bis zum Schluss.

Bevor es richtig ans Schreiben geht, arbeite ich meine Charakterbögen nochmal durch, verfeinere sie, streiche und ergänze. Schließlich lege ich noch die Orte fest. Hier arbeite ich häufig mit Google-Bildern, von daher sind sie nur zu meinem ganz persönlichem Gebrauch und als Gedächtnisstütze gedacht.

Ist soweit alles fertig, kann es losgehen mit dem Schreiben.

 

 

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