Wer hat an der Uhr gedreht?

Ist es wirklich schon so spät? Ja! Und was habe ich geschafft? Nichts.
Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder nur einen Bruchteil von dem geschafft, was ich eigentlich machen wollte. Ergeht es euch manchmal auch so? Ich habe einmal nachgeforscht, was die Ursachen für meine Untätigkeit sein könnten. Vielleicht entdeckt sich der ein oder andere darin wieder.

 

Drei Dinge, die mich häufig vom Schreiben abhalten.

1. Familie

Als berufstätige Mutter eines quirligen Sohnes ist es nicht immer einfach, Zeit zum Schreiben zu finden. Da heißt es jede Lücke ausreizen, die sich einem bietet. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich noch zwei Stunden habe, bevor ich los muss. Also schnell Computer angeworfen, Dokument geöffnet und in die tasten gehauen. Ein Klirren im Wohnzimmer lässt mich auffahren, dorthin sprinten. Und was sehen meine müden Augen da? Mein Sohn hat es mal wieder geschafft in wenigen Minuten, das ganze Zimmer zu verwüsten. Schnell aufgeräumt, den Laptop geholt und mich danebengesetzt, damit so etwas nicht noch einmal geschieht. So kann ich ihn zumindest im Blick haben. Wieder wird in die Tasten gehauen. Glücklicherweise läuft es diesmal ziemlich gut. Ich kann zwar nicht mehr so konzentriert arbeiten, aber ich komme vorwärts. Wie wunderbar doch die Stille ist. Ähh … Stille …? Wo ist der Knirps diesmal hin? Er hat sich das Telefon geschnappt und bearbeitet das Telefonbuch. Nun gut, also verschiebe ich das Schreiben auf den Mittagsschlaf. Doch ausgerechnet heute beschließt der kleine Mann, dass ihm eine halbe Stunde reicht, oder er heute überhaupt nicht schlafen möchte, wenn nicht Mama daneben liegt. Mit einem Seufzen klappe ich den Laptop zu und freue mich auf die ruhigen Abendstunden. Zum Glück darf man Kinder abends zeitig ins Bett schicken. Gesagt getan. Endlich Zeit zum Schreiben – zumindest bis mein Mann dezent verlauten lässt, dass er auch gerne ein paar Minuten mit mir verbringen möchte.
Nachmal ist es echt eine Herausforderung Kind und Mann unter einen Hut zu bringen und manchmal gelingt mir das nicht immer.

Wie machen das andere berufstätige Autoren mit Familie?

 

2. Internet

Endlich hat man eine Stunde Zeit, um in Ruhe zu arbeiten. Nur noch schnell bei Facebook vorbeigeschaut und bei Twitter nach dem Rechten gesehen. Oh, und da sind ja auch noch drei E-mails, die beantwortet werden wollen. Und ehe man es sich versieht, hat man da auch noch einen tollen Link gefunden, den man folgen muss. Ausgerechnet heute tummelt sich im Chat auch noch eine lange nicht gesehene Freundin. Unmöglich jetzt zu schreiben. Und ehe man es sich versieht, ist die Stunde auch schon vorbei.
Zumindest die Überschrift des Kapitels kann ich abspeichern.
Ich für mich habe festgestellt, dass ich unruhig werde, wenn ich nicht vorher alles erledigt habe. Deswegen plane ich die Zeit, die ich surfe, mit ein. Dann kann ich ruhigen Gewissens mit Informieren und auf den laufenden halten, ehe ich mit Ruhe schreibe.

Habt ihr eine andere Taktik?

 

3. Haushalt

Der liebe Haushalt tut sich nicht von allein. Auch wenn ich nach dem Motto lebe „Muss das wirklich sein? Muss es jetzt sein?“ Irgendwann muss es doch getan werden. So komme ich öfter in den Konflikt mich hinzusetzten und ein wenig zu schreiben, oder stattdessen zu bügeln, abzuspülen oder schnell das Bad zu putzen. Ich für mich schreibe morgens effektiver, als mittags. Aber andererseits kenne ich mich auch gut genug um zu wissen, dass wenn ich einmal angefangen habe zu arbeiten, ich alles andere vergesse. So versuche ich zumindest immer eine kleine Arbeit davor zu erledigen, mir dann ein Zeitlimit zu setzen und den Rest dann später zu machen. Manchmal gelingt es mir, leider jedoch nicht immer.

Wie handhabt ihr das? Für Tipps und Anregungen bin ich immer offen.

 

Zum Glück gibt es zwischendrin immer wieder Tage wie diese. Heute habe ich einiges geschafft, war wirklich produktiv. Ein Kapitel überarbeitet, zwei Kapitel Korrektur gelesen und Anmerkungen dazu gemacht, diesen Blogeintrag geschrieben. Okay, die Spülmaschine muss ich jetzt noch einräumen und anschalten, bevor ich in die Arbeit muss. Der Rest wird dann heute Abend erledigt.

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