5 Lesertypen – Welcher Lesertyp bist du?

Buchstaben und Bücher sind überall um uns herum. Ein Erwachsener liest ständig etwas, wenn er so durchs Leben geht: Werbung, Überschriften, Zeitungen, DVD/Film-Titel, Gebrauchsanleitungen, Briefe und so weiter. Diese Liste ließe sich beliebig lang fortführen.

Laut einer Umfrage von Statista nehmen 9,79 Millionen Menschen in Deutschland (ab 14 Jahren) täglich ein Buch zur Hand. Ob diese Statistik so aussagekräftig ist, kann ich nicht sagen. Dennoch bin ich der Ansicht, dass es verschiedene Lesertypen. Fünf davon möchte ich dir gerne vorstellen.

Der Gelegenheitsleser
Fragt man Gelegenheitsleser, ob er Bücher liest, bekommt man ein Kopfnicken. Natürlich liest der er – aber eben nur gelegentlich. Seine Bibliothek ist in der Regel nicht so umfangreich, da er gerne anderen Hobbys nachgeht. Manchmal kommt der Gelegenheitsleser auch gut und gerne ein halbes Jahr ohne Buch aus, aber so hin und weder befällt ihn das Verlangen, ein Buch zu lesen.
LesetypIch habe eine Freundin, die total gerne und viel liest. Wir tauschen uns gerne über gute Bücher und Büchertipps aus. Regelmäßig an Weihnachten und kurz vor dem Sommerurlaub kommt dann die Frage: »Du, was liest denn dein Mann gerade? Meiner braucht für den Urlaub mal wieder ein Buch.« Die restliche Zeit des Jahres ist ihr Mann eher mit Fußball spielen und gucken beschäftigt und hat deswegen – laut seinen eigenen Aussagen – keine Zeit zum Lesen.

Der Gewohnheitsleser
Eine feste Lesezeit ist fest im Tagesablauf mit integriert. Ob abends vor dem Einschlafen ein paar Seiten gelesen werden oder die Zeit morgens im Bus genutzt wird, ist dabei egal. Aber wehe, man stört den Gewohnheitsleser oder bringt seinen Rhythmus durcheinander, dann wird er unausstehlich.
Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit, wo ich regelmäßig mit dem Bus gefahren bin. Eine Dreiviertelstunde hin und meist ein wenig länger wieder zurück. Ganz hinten, in der vorletzten Reihe saß immer eine junge Frau mit einem Buch in der Hand. Sie wirkte immer abwesend und wehe man fragte, ob der Sitzplatz neben ihr noch frei wäre, dann erntete man gleich einen bösen Blick. Man durfte sich dann schon neben sie setzen, hatte aber zu schweigen.
Mein Mann liest abends im Bett. Manchmal sind es nur zwei bis drei Seiten, manchmal ein ganzes Kapitel. Er braucht dieses Lesen, sich ins Buch vertiefen, um abzuschalten. Liest er nicht, liegt er wach im Bett, denkt über den Tag nach und kann einfach nicht einschlafen.

Der Stressleser
Je stressiger der Alltag umso mehr Pausen zum Lesen braucht dieser Lesetyp. In Zeiten, wo es etwas ruhiger ist, muss nicht unbedingt ein Buch zur Hand genommen werden. Da trifft man sich am Wochenende auch gerne mit Freunden, geht klettern oder ins Schwimmbad und hat einfach Lust auf viele Aktivitäten und reichlich Aktion. Wenn jedoch beruflich und privat viel los ist, zieht der Leser sich zurück und schafft sich seine Freiräume. Dann wird ein Buch zur Hand genommen und gelesen.
Ich habe eine Freundin, deren Stresslevel man daran ablesen kann, wie viel Zeit sie für Unternehmungen hat. In Zeiten wo wenig los ist, ist sie täglich unterwegs. Wenn es dann etwas stressiger wird ruft sie an und meint: »Du, ich habe wieder ein tolles Buch gelesen. Kennst du …« Dann quatschen wir meinst ein wenig über das Buch und den Autor und dann kommt meine Frage: »Hört sich so an, als ob bei dir gerade wieder viel los ist.« Und für gewöhnlich treffe ich damit voll ins Schwarze.

Der Genussleser
Samo TrebizanKaffee wird gekocht, die Decke auf dem Sofa ausgebreitet. Wein wird eingegossen, der Liegestuhl im Garten aufgestellt. Je nach Jahres- und Tageszeit bereitet der Genussleser seine Lesezeit vor.
Zum Lesen an sich gehört nicht nur ein gutes Buch, sondern auch das Außenrum. Es werden große Zeitfenster eingeplant und bewusst andere Dinge hinten angestellt.
Ich habe eine Freundin, die Mittwoch Abend ihren Leseabend hat. Ihr Mann ist zu dieser Zeit außer Haus. Das Telefon wird abgestellt, das Handy bleibt aus. Mit einer Kanne Tee macht sie sich in ihrem Lesestuhl gemütlich und ist für einige Stunden für ihre Umwelt nicht ansprechbar.

Der Suchtleser
SuBs (Stapel ungelesner Bücher) stapeln sich an mehreren Stelle in der Wohnung. Mindestens fünfzig ungelesene E-Books befinden sich auf dem Reader. Oder die Wunschliste ist dementsprechend lang. Ein Leben ohne Bücher ist kaum vorstellbar. In jeder freien Minute wird gelesen. Ob ein Buch nach dem andern oder drei bis vier gleichzeitig ist variabel. Ein Buch oder der Reader ist mit dabei, wen der Suchtleser das Haus verlässt. Man könnte ja in der Bahn oder vor dem nächsten Termin noch fünf Minuten

Iuliia Gusakov

Zeit haben, um zu lesen. Lesen gehört einfach zum Alltag dazu und jede freie Minute, die ohne ein Buch verbracht wird, ist eine verlorene Minute.
Der Suchtleser kann sogar einhändig kochen, in der anderen Hand hält er nämlich wahlweise den Reader oder das Buch. Meinerseits erprobt ist übrigens auch Wäsche aufhängen und gleichzeitig lesen. Man braucht nur eine Abstellfläche für den Reader und eine etwas größere Schrift.
Häufig ist der Suchtleser nur dann ansprechbar, wenn er ein Buch beendet und bevor er die Chance hat, ein Neues zu beginnen.

Wenn du dich jetzt fragst, wo ich mich eingruppieren würde? Ich gehöre wohl am ehesten zu den Suchtlesern. Allerdings lese ich nicht ununterbrochen (sonst käme ich überhaupt nicht mehr zum Schreiben). Wenn ich allerdings ein Buch beginne, das mich fesselt, bin ich nicht mehr ansprechbar, bis das Buch ausgelesen ist. Meine Familie kann ein Lied davon singen 😉

Welche Lesegewohnheiten hast du? Kannst du dich einer Gruppe zuordnen oder bist du ein Misch-Leser? Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren.

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17 Gedanken zu „5 Lesertypen – Welcher Lesertyp bist du?“

  1. ich bin bekennender Suchtleser letzten Mittwoch war ich zum ersten Mal seit ich mein Tablett habe ohne dieses Teil ausser Haus aber nur weil Gatte so gedrängelt hat DAS WAR FURCHTBAR 2 Std beim Doc im Wartezuimmer und kein reader dabei 🙁

    1. Das verstehe ich total. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als ntzlos im Wartezimmer herumzusetzen. Die ganzen Klatschzeitschriften machen mich immer total aggressiv. Irgendwie haben die Leute alle keine Probleme.
      Gartenzeitschriften langweilen mich auch und Focus – nun ja, zur Not geht das schon.
      Aber viel lieber ist mir dann mein Reader 😉

  2. Hallo Melissa,
    nach deiner Definition würde ich mich als Mischung aus Gewohnheits- und Genussleser einordnen. Auf der einen Seite habe ich als Rentner meist ab dem späten Nachmittag genug Zeit. Da ich fast nie vor der Glotze sitze ist die Zeit so ab 16:00 Uhr bis spät in die Nacht dem Lesen gewidmet. Auf der anderen Seite verschaffe ich mir während dieser Zeit auch ein „Wellness Ambiente“. Meist leise klassische Musik als Untermalung (die stört beim Lesen nicht), meist auch 1 ..2 Gläser Rotwein, die Füße hochgelegt, ein Kissen im Rücken usw. Also alles, was einen Aufenthalt auf der Couch über mehrere Stunden angenehm macht.

    Grüße
    Manfred

    1. Hallo Manfred,
      ich muss echt gestehen, die zu beneiden. 16 Uhr bis spät abends, das wäre ein Traum. Ich bin glücklich für jede Stunde, dir mir meine Familie gönnt.

      Liebe Grüße,
      Melissa

  3. Hey, ich bin glaub ich eine Mischung aus Gewohnheits und suchtleser.
    Abend lese ich auch gerne ein paar Seiten um zu entspannen und schlafen zu können. Obwohl man ja oft hört das man dann schlechter schläft 😉 ich Schläfe zumindest besser.

    LG lara

    1. Hallo Lara,
      Ich beneide dich, ehrlich. Ich würde auch so gerne abends lesen können. Schlechter schafen wäre ja kein Problem, aber ich schlafe überhaupt nicht – zumindest nicht, bis ich das Buch beendet habe.
      Das kann ganz schön anstregend werden 😉
      Sei fraoh darüber, dass du das so kannst.

      Liebe Grüße,
      Melissa

  4. Ich bin auch eine Mischung aus Gelegenheits- und Suchtleser, tendiere aber mehr in die letztere Sparte. Lese auch mal mehrere Bücher gleichzeitig und habe immer den Reader in der Tasche, sobald ich die Wohnung verlasse. Lesen geht auch prima beim laufen, wenn man aus der Bahn steigt aber die Stelle grad zu spannend zum aufhören ist! ? Bin bis jetzt auch noch nie irgendwo gegen gelaufen.

    1. Hallo Anna,

      ja, Laufen und leen verdrägt sich wunderbar. Man muss nur die Strecke kennen, sonst kann es durchaus passieren, dass man mit der ein oder anderen Laterne näher bekanntschaft macht 😉

      Liebe Grüße,
      Melissa

  5. Eindeutig Suchtleser. Ohne ein Buch bzw ebook reader gehe ich nicht aus dem haus. Und sollte s doch passieren so hab ich meine apps auf den Handy. (Das gott sei dank nicht ganz so klein ist) mein sub ist so groß das ich sicher zwei bis drei Jahre lesen könnte ohne ein neues zu kaufen. wahrscheinlich werde ich irgenwann davon erschlagen ??

  6. Hallo
    Also ich gehöre voller Stolz zur Gruppe der Suchtleser 🙂
    ein Tag ohne lesen? Für mich unvorstellbar…..
    Für mich ist das Lesen genau so wichtig wie das Atmen….
    Ohne einem Buch (alternativ Reader/Handyapp) fehlt mir etwas; ohne die Möglichkeit dass ich lesen könnte wenn ich wollte fühle ich mich einfach nicht „ganz“; ich werde dann Ruhe & rastlos & um der Wahrheit genüge zu tun; kann ich dann eine ganz schöne Zicke werden 😉 (aber da ich im Normallfall immer für den Notfall gewappnet bin – ist die Zickengefahr äusserst gering 😉 )
    Bei meinen Nichten & Neffen bin ich auch die „Bücher&Geschichten Tante“ & Sie sind immer gespannt was ich so alles aus meiner Tasche hervor zaubere 🙂 ich liebe es den Kleinen Geschichten & Bücher näher zu bringen; es ist so wunderschön zu beobachten wie Ihre Liebe & Ihre Neugierde zu den Geschichten & zum Buch mit Ihnen Schritt für Schritt mitwächst <3

    Geschichten & Bücher lassen einem die Seele heilen & dieser schöne Effekt hat mich eindeutig zum Suchtleser werden lassen…… 🙂 <3

    Viele liebe Grüsse Mimi

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