Regency – Krankheiten und Heilmethoden

Die Medizin hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Wir haben heute ein ganz anderes Verständnis vom menschlichen Körper und inneren und äußeren Zusammenhängen. Bis weit ins 19. Jahrhundert ging man davon aus, dass Krankheiten durch Dämonen und üble Gerüche verursacht wurden.

Einige Krankheiten, die wir heute unter einem anderen Namen kennen:

BlutlaufRuhr, Cholera und ähnliche schwere Durchfallerkrankungen
MelancholieDepressionen
SchleimfieberTyphus
SchüttellähmungParkinson-Krankheit
Schwarzer TodPest
SchwindsuchtTuberkulose, Krebs
SeitenkrankheitGelbsucht
Französische KrankheitSyphilis

Heilmethoden

Genauso seltsam wie einige dieser Namen sind die Heilmethoden. Allheilmittel damals war der Aderlass. Dazu wurde dem Menschen eine gewisse Menge Blut entnommen. Man ging davon aus, dass sich verdorbene Säfte im Blutkreislauf befanden. Indem man den Patienten zu Ader ließ, produzierte der Körper wieder gesunde Säfte nach.

Desaströse Hygiene und fehlende Nahrungsmittel sorgten dafür, dass in den Armenvierteln Durchfallerkrankungen wie die tödliche Ruhr grassierten. Viele litten an Skorbut durch Mangelernährung. Das Trinkwasser wurde ungefiltert aus der Themse geholt und getrunken. Abwasserkanäle suchte man vergebens.
In den Elendsvierteln starb ein Fünftel der Kinder noch vor dem ersten Geburtstag. Die Lebenserwartung in East End betrug 22 Jahre, während die Obersicht mehr als doppelt so alt wurde.

Weit verbreitet war auch die Syphilis. Man kann davon ausgehen, dass jeder fünfte Londoner vor seinem 35 Geburtstag damit in Berührung kam. Heute würde man die Krankheit mit Antibiotika behandeln. Damals gab es das noch nicht und so griff man zur Quecksilbersalbe gegen die Geschwüre und zu Opium gegen die Schmerzen. Damit konnte man allerdings nur die Auswirkungen behandeln, die verkehrende Krankheit wütete weiter im Körper. Die Geschwüre wuchsen weiter und im Spätstadium führte die Krankheit zu Demenz und schließlich zum Tod, wenn der Patient davor nicht an einer Schwermetallvergiftung wegen der Quecksilbersalbe starb.

Gerade auch bei Geisteskrankheiten gab es sehr abstruse Methoden, um die Patienten wieder gesund zu machen. Nicht selten wurden Löcher in den Schädel gebohrt.

Gelehrter oder Quacksalber?

Heutzutage hat ein Arzt ein Medizinstudium hinter sich und eigentlich kann man davon ausgehen, dass er weiß, was er tut. Früher war das etwas anders. Es gab viele selbsternannte Ärzte.

Doktor

Doktoren lernte Medizin theoretisch. Er absolvierte ein Studium und durfte danach lehren und praktizieren.

Wundarzt

Der Wundarzt absolvierte eine handwerkliche Ausbildung. Wie der Name schon sagt, war er dafür da, Wunden zu versorgen. Er behandelte Abszesse, Verbrennungen aber auch Knochenbrüche und zog sogar Zähne. Gelegentlich nahm ein Wundarzt auch Amputationen vor und war als Barbier tätig.
Im militärischen Bereich wurde der Wundarzt Feldscherer genannt.

Barbier

Barbiere wurden grundsätzlich weniger geachtet als Wundärzte, verrichteten häufig aber ähnliche Aufgaben. So nahmen auch sie kleinere chirurgische Eingriffe vor und kannten sich mit Medikamenten aus. In erster Linie waren sie aber Krankenpfleger, sie machten Einläufe, ließen Menschen zur Ader und fugierten als Zahnarzt.

Geburtshelfer

Tatsächlich war lange Zeit die Geburtshilfe den Frauen überlassen. Doch nachdem König Ludwig der XIV. bei der Entbindung seiner Geliebten einen Wundarzt hinzuzog, wurde der Beruf auch für die Männer salonfähig. Im 19. Jahrhundert wurde die Geburtszange erfunden, die vorwiegend von den Ärzten verwendet wurde. Zunehmend kamen Methoden, um die Geburt einzuleiten. Kaiserschnitte gab es zur damaligen Zeit noch nicht. Schnittenbindungen wurden erst dann durchgeführt, wenn die Mutter bereits gestorben war und sie das Leben des Kindes noch retten wollten, oder es aus dem toten Körper der Mutter herausholen wollten, um es zu bestatten.

Ungelernte nannte man Quacksalber. Sie waren natürlich deutlich billiger als Gelernte. Manch einer mag dennoch sein Handwerk verstanden haben, andere nicht
Grundsätzlich blieb man in der damaligen Zeit lieber gesund.



Das Smaragd-Collier

Eine hoffnungslose Lady (Das Smaragd-Collier 1)
Eine resolute Lady (Das Smaragd-Collier 2)
Eine verzweifelte Miss (Das Smaragd-Collier 3)

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